„Loslassen“ von Ina Rudolph

Wer möchte in seinem Leben nicht das ein oder andere loslassen? Sei es Ärger, Frust, Trauer, Liebeskummer etc..

Nachdem diese Ferien ja auch unter dem Motto stehen, dass ich für mich wieder eine Balance finde, habe ich mich sehr über das Buch vom Bloggerportal gefreut. Es handelt sich hierbei um ein Arbeitsbuch, das man über zwölf Monate hinweg bearbeitet. Zum besseren Verständnis der Thematik der einzelnen Monate habe ich einmal das Inhaltsverzeichnis fotografiert. Nach einer Einleitung, wie man idealerweise mit diesem Buch arbeiten soll, startet man auch direkt in die erste Thematik. Dabei geht man immer vom Ist-Zustand aus, den man annehmen muss. Über diverse Methoden lernt man Dinge anzuerkennen, die sind und Dinge loszulassen, die gehen dürfen. Es gibt Aufgaben für jede Woche, so dass man sich einem Thema intensiv widmen kann. Jeder Monat endet mit einem Resümee, in dem man seine Erfahrungen und Erkenntnisse zusammenfassen kann. Da es sich um ein Arbeitsbuch handelt, ist immer genug Platz, um die gestellten Fragen auch schriftlich beantworten zu können. Nach einem halben Jahr erhält man einen extra Teil zur Methode von „The Work“ von Byron Katie.Die Aufmachung des Buches ist sehr schön, man kann sogar sagen, dass sie sehr liebevoll ist. Man fühlt sich abgeholt und angenommen, wie auch begleitet und unterstützt. Inwiefern man jetzt mit solch einem Arbeitsbuch wirklich gute Erfolge erzielen kann, lässt sich zu diesem Zeitpunkt nicht sagen, denn es ist ja eine Arbeit von einem Jahr, die man investiert. Der Tipp der Autorin lautet auch ausdrücklich, dass man sich die Zeit nehmen soll. Man könnte durchaus in Versuchung geraten, Dinge schneller zu bearbeiten oder die Reihenfolge zu verändern, davon rät die Verfasserin jedoch ab.

Gehen oder nicht gehen

Nachdem ich wieder nur sehr wenig geschlafen habe, weil ich aufgrund meiner Erkältung kaum Luft bekomme, war ich schon ab 5:00 Uhr auf den Beinen. Nach einem Zwischenstopp auf dem Sofa, vor dem Fernseher mit Olympia, habe ich lange mit mir gerungen, ob mein gesundheitlicher Zustand es zulässt, dass ich mich auf meinen täglichen Spaziergang begebe.

Was ich für ein Gewese um einen kleinen Spaziergang machen? Ja, ich würde mir wünschen, dass ich auch so denken könnte, aber für mich sind diese Spaziergänge echter Sport. Ich habe da keine Lust drauf, es macht mir noch nicht den Spaß, den ich mir irgendwann erhoffe, ich Kann nicht einfach so gehen, einfach weil ich es kann, sondern ich trainiere jetzt seit vier Wochen, dass ich eine gewisse Zeit und Strecke gehen kann. Wenn ich sage, dass das Gehen für mich echter Sport ist, dann bedeutet das, dass ich relativ schnell ins Schwitzen gerate und mir die Puste ausgeht. Heute fehlte mir leider auch der Komfort, dass mein Mann mich begleiten konnte, denn der ist seit 6:00 Uhr auf der Arbeit. Das bedeutete für mich, dass ich allein mit dem Hund los marschierte. Um den Fokus vom Gehen wegzubekommen, versuche ich momentan mich mit einem Hörbuch abzulenken. Das funktioniert allerdings nur begrenzt. Auf meinem Spaziergang muss ich mich um so viele Dinge kümmern: um den Hund, um mich und meine Puste, um meine Schmerzen, um den Ball und die Leine, meinen Schlüssel und mein Handy – ich komme mir manchmal wie ein echter Packesel vor.

Was hat das nun aber mit der Frage zu tun, ob ich gehe oder lieber nicht gehe? Ganz einfach, ich habe das Gefühl, dass ich meinem Körper mit dem heutigen Spaziergang keinen Gefallen getan habe. Auch der gestrige Gang scheint meine Beschwerden hinsichtlich meiner Erkältung verschlimmert zu haben. Was für andere Menschen ein entspannter, erholsamer  Gang in die Natur ist, ist für mich Hochleistungssport. Ich habe heute kaum Luft bekommen, fühlte mich wie ein Marienkäfer auf dem Rücken, war durchgeschwitzt, mein Herz schlug mir im Hals und ich war heilfroh, als ich mein Auto wieder erreichte. Für meine Motivation war das auch nicht der Bringer, denn ich versuche das Gehen als etwas Natürliches zu betrachten, das mich nicht weiter anstrengen sollte. Die letzten beiden Tage habe ich ordentlich dagegen gearbeitet, denn diese Gänge taten mir und meiner Gesundheit nicht gut.

Bereue ich es? Heute vielleicht schon, denn ich hätte auf meinen Mann warten und den Gang auf den Abend verlegen sollen. Er gibt mir immer noch ein bisschen mehr Sicherheit, die ich alleine nicht so habe. Er kümmert sich dann um den Hund und schleppt die ganzen Sachen, so dass ich mich ganz auf mich selbst konzentrieren kann. Den gestrigen Spaziergang bereue ich nicht, denn da war ich ja in sicherer Begleitung. Ob man nun bei Erkältung spazieren gehen sollte oder nicht – zu zweit gehe ich weiterhin, alleine werde ich das erst mal nicht mehr machen, auch wenn das bedeutet, dass ich mich zeitlich meinem Mann anpassen muss. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, denn sobald die Schule wieder losgeht, werde ich morgens sowieso nicht mehr spazieren gehen können, weil ich da im Unterricht bin. Ich bin gespannt, wie ich abends gehe, vielleicht stellt sich ja heraus, dass es mir da viel leichter fällt.

Wochenglück 31.07.2021

Am letzten Sonntag habe ich mir einen absoluten Ruhetag verordnet, nachdem ich drei Wochen am Stück jeden Tag spazieren gegangen bin. Den habe ich faul auf dem Sofa verbracht, nebenbei Olympia geschaut und gelesen. Ein bisschen komisch war das Gefühl schon, nicht los stapfen  zu müssen, aber genossen habe ich es.  Am Montag kam dann mein neuer Schatz an und hat wiederum zwei Menschen glücklich gemacht. Leider hat mich  in dieser Woche eine Erkältung komplett erwischt. Ich kann mich gar nicht daran erinnern, wann ich jemals eine derart laufende Nase gehabt habe. Das hat meinen Kreislauf ziemlich belastet, so dass ich aufgrund der Erkältung einen Tag nicht spazieren gegangen bin. So sah dann mein Krankenlager aus: Laptop mit Livestream auf dem Schoß und das Fernsehen lief mit dem Sportstudio. Bewaffnet war ich mit Hustenbonbons, Nasenspray und jeder Menge Taschentücher. Eine Schmerztablette durfte auch nicht fehlen, denn meine Kopfschmerzen waren vom feinsten.Darauf bin ich wirklich stolz! Hätte mir jemand am Anfang der Ferien gesagt, dass ich – bis auf zwei Tage – wirklich jeden Tag aktiv bin, hätte ich das nicht geglaubt. Für mich besonders toll ist der Fortschritt, den ich mache. Erst bin ich nur gerade Strecken gegangen, dann Runden und jetzt habe ich eine für mich magische Grenze erreicht. Bis zum Ende der Ferien arbeite ich natürlich weiter an meiner Kondition und dann kann der Feueralarm kommen. 😉 Nachdem ich ein Coaching-Programm mehr oder weniger abgeschlossen habe, widme ich mich nun einem neuen. Darauf freue ich mich schon sehr.

Ja, ich weiß, das ist schon wieder Pasta mit Spinat, Tomate und veganem Feta. Aber dieses Mal habe ich es anders gemacht, denn ich habe alles in die Pfanne getan, mit ordentlich Knoblauch garniert, die Tomaten vorher geviertelt, statt Blattspinat jungen Spinat genommen und dann genossen. So einfach und doch so lecker!Eine Initiative von Fräulein Ordnung

„Liebesroman“ von Ivana Sajko

Ich war froh, als ich die 171 Seiten geschafft hatte. Dieser kleine Roman mutet an wie eine einzige Flucht. Endlossätze, bestehend aus endlosen Aufzählungen, geben ein Tempo vor, das ich kaum mitzugehen vermochte.

Worum geht es? Wir treffen auf ein junges Ehepaar in Kroatien, das in einer kleinen Wohnung zusammengepfercht existiert, denn von Leben kann nicht wirklich die Rede sein. Nach einem stürmischen Kennenlernen kommt es bald zur Schwangerschaft, dann zur Notehe und einer gemeinsamen Wohnung. Sie ist Schauspielerin, die ihren Job aufgeben muss, um sich um das Kind zu kümmern, er möchte Schriftsteller sein, liebt Dante und gibt vor einen Liebesroman verfassen zu wollen. Beide scheitern aneinander, am politischen und gesellschaftlichen System und vor allen Dingen an sich selbst.

Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wo die Liebe in diesem Liebesroman geblieben ist. Dafür scheint gar keine Zeit zu sein, denn beide Charaktere sind damit beschäftigt, einander aus dem Weg zu gehen, sich nicht gegenseitig zu nerven und irgendwie das Kind zu versorgen. Er flüchtet sich hinaus in die Welt, schließt sich Protestaktionen an, um irgendwie einen Sinn in seinem Leben zu finden, während sie zu Hause sitzt, minderwertige Jobangebote annimmt, um irgendwie Essen auf den Tisch zu bekommen und das Kind zu versorgen. Das alles passiert unendlich schnell, sprachlich wie inhaltlich, so dass weder dem Leser noch den Figuren Zeit bleibt zum Durchatmen, geschweige denn für die Liebe. Vielleicht kann man sagen, dass die Liebe sich abkühlt in Zeiten von politischem und gesellschaftlichem Druck, in Zeiten der Not, der Existenzängste, der Unsicherheiten – faktisch bei jeder Herausforderung. Vielleicht sind die Figuren auch noch nicht reif genug, um wirklich lieben zu können oder zu wollen. Die Autorin jagt sprachlich fulminant durch die Geschichte, so dass ich mich auch fragen muss, für wen sie diesen Roman geschrieben hat. Wenn ich als studierte Literaturwissenschaftlerin schon keine Lust hatte, mich durch die ellenlangen Sätze zu prügeln, wie soll es dann einem Leser gehen, der einfach nur unterhalten werden möchte. Nicht, dass ich diesen Anspruch nicht auch gehabt habe, aber schon nach den ersten Seiten war klar, dass es sich nicht um einen Unterhaltungsroman handelt. Rechnet die Autorin damit, dass man durchhält oder abbricht? Wofür ist sie ausgezeichnet worden? Für das Abbild einer Liebe in schwierigen Zeiten?

Es ist eine Geschichte des Scheiterns, der Hoffnungslosigkeit, der Sorgen und Ängste. All diese Komponenten haben die Liebe, das Verliebtsein verdrängt, denn davon kann man nicht leben, bekommt man kein Essen auf den Tisch, kann keine Miete bezahlen. Sprachlich beweist die Autorin echtes Können, das man aber auch erst einmal dechiffrieren  können muss. Bildgewaltig und stilistisch anspruchsvoll präsentiert sie ihren Liebesroman, in dem es keinen Raum und vor allen Dingen keine Zeit für die Liebe gibt.

Ich habe gerade Ferien und hatte deswegen Lust auf etwas Leichtes zu lesen. Deswegen war der Zeitpunkt für diesen Roman der denkbar schlechteste für mich. Ich habe mich gezwungen ihn zu beenden, weil ich seine Qualitäten durchaus zu schätzen weiß. Er ist toll komponiert und sprachlich einwandfrei und inspirierend, auch wenn die eigentliche Geschichte deprimierend und düster erscheint. Beim Lesen habe ich mich oft gefragt, warum die beiden Figuren diesen Weg gehen, warum sie sich nicht für individuelle Wege entscheiden, warum sie nicht mehr ins Handeln kommen. Der Roman hat mir darauf leider keine Antworten gegeben, weil beide sich nicht wirklich bewegen. Sie scheint mehr Potenzial als er zu haben, löst sich im Endeeffekt aber auch nicht, und beide scheinen am Ende einem Abgrund entgegen zu gehen.

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Wochenglück 24.07.2021

Meine persönliche Herausforderung ging natürlich weiter und so kann ich voller Stolz berichten, dass ich mittlerweile drei Wochen am Stück jeden Tag spazieren gehe. Das Besondere in dieser Woche ist, dass ich Runden gehe. Das macht mich ganz besonders glücklich, denn die Zeit, wo ich eine gewisse Strecke geradeaus gegangen  und dann umgedreht bin, ist vorbei. Ich steigere ja jede Woche meine Distanz und bin jetzt tatsächlich in der Lage kleine Runden zu laufen. Macht es mir mittlerweile Spaß? Nein, aber ich diskutiere immer weniger mit mir. Mein Vorsatz für die letzte Woche lautete, dass ich mich selbst um mein Essen kümmere. Das hat zu 90 % ganz gut geklappt und darauf bin ich ziemlich stolz. Lange habe ich darauf gewartet, endlich ist es angekommen und macht auf einen Schlag zwei Menschen glücklich. Ungelogen, am Anfang der Woche war ich bereit den vollen Preis für diesen tollen Rucksack zu bezahlen. Da ich aber schon einen zu Hause habe, und zur Zeit keinen dringend benötige, habe ich ihn mir auf meine Merkliste gelegt. Am Ende der Woche bin ich per Zufall über diese 50 % Rabattaktion gestoßen und habe natürlich sofort zugeschlagen. Manchmal soll es einfach so sein.Eine Initiative von Fräulein Ordnung

C. Shepherd, Madame Moneypenny und Lori Ostlund

Im Vergleich zur ersten Ferienwoche habe ich in der zweiten sehr wenig gelesen. Woran das lag, kann ich mir eigentlich auch nicht erklären, vielleicht habe ich nicht die richtigen Bücher begonnen. Das erste Buch, das ich als Ebook gelesen habe, ist „Artiges Mädchen“ von Catherine Shepherd. Ein deutscher Thriller – was soll ich dazu sagen? Ich persönlich habe in meinem Leben, das jetzt auch fast schon 50 Jahre währt, noch keinen Thriller von einem deutschen Autoren gelesen, der mich so richtig überzeugt hat. „Artiges Mädchen“ ist ein Buch, das mir nicht so wirklich gefallen hat, denn ich finde die Protagonisten sehr unglaubwürdig. Ich kann nicht nachvollziehen, wie eine Pathologin plötzlich Ermittlungsarbeit leistet und sich dabei besser anstellt als der Kriminologe selbst, mit dem sie das Bett teilt. Sie macht ihren eigentlichen Job nur noch nebenbei, hauptsächlich mischt sie sich ungefragt in die Ermittlungen ein. Das macht sie mir als Person nicht wirklich sympathisch. Worum geht es? Ein Mörder, wer sonst, bestraft Frauen für unartiges Verhalten, in dem er sie tötet und sie im Tod als artige Mädchen, verkleidet als Barbie Puppen, zurücklässt. Damit ist die Handlung auch schon erzählt. Kann man lesen, muss man nicht. Ich war tapfer und habe bis zum Ende durchgehalten.
Das zweite Buch, das ich gelesen habe, beschäftigt sich mit dem Thema Finanzen für Frauen. Nachdem ich es immer einmal wieder in der Werbung gesehen habe, habe ich es mir gebraucht gekauft und im Rahmen meiner Morgenroutine gelesen. Madame Moneypenny, im wirklichen Leben Natascha Wegelin, eröffnet während eines Familiengrillens ein Gespräch zum Thema Finanzen. Auslöser ist ihre Schwester, die sich ein neues Auto gekauft hat, und der sie jetzt in aller Ausführlichkeit ins Bewusstsein rufen möchte, dass Frauen unabhängig von Männern ihre Finanzen im Blick und im Griff haben sollten, um im Alter abgesichert zu sein. Ihre Mutter, ihr Vater und zukünftiger Schwager mischen in dem Gespräch auch mit, aber hauptsächlich geht es um ihre Schwester Lara. Ich habe das Buch gerne gelesen, auch wenn ich von der Lösung nicht ganz überzeugt bin. Das Setting hat mir gut gefallen, auch wenn es von anderen Leser:innen kritisiert wurde. Ich finde das Thema Finanzen für Frauen unglaublich wichtig, denn wir müssen uns selbst absichern und uns nicht darauf verlassen, dass wir im Alter von unseren Männern unterstützt werden. Madame Moneypennys Lösungen sind einfach und nachvollziehbar und vor allen Dingen für jede Frau umsetzbar. Ob sich jede Leserin jetzt mit ETFs beschäftigt oder beschäftigen möchte, sei jetzt einmal dahingestellt, aber das Offerieren solche Möglichkeiten erscheint mir durchaus sinnvoll.

Dann habe ich ein Buch angefangen, das ich eigentlich gar nicht lesen möchte, bei dem ich aber auch noch nicht den Schritt gegangen bin, es zuzuklappen. Ein homosexuelles Paar trennt sich nach über 20 Jahren und der jüngere  der beiden reist in seine Vergangenheit. Oft gelesen, hier sprachlich und inhaltlich auch nicht neu, beschließe ich hier und jetzt, dass ich dieses Buch nicht weiter lesen werde. Ich habe mir ja generell vorgenommen, meine Zeit nicht mit Büchern zu verschwenden, die mich nicht zu 100 % überzeugen. Der Vollständigkeit halber hier aber noch ein Foto davon.